Speightstown: Für ein Leben mit Zukunft

Anschubhilfe auf Karibisch für die Kleinsten.

Auch wenn es hier auf Barbados genauso paradiesisch aussieht wie auf all den schönen Postkarten – für die dreijährige Kaila sind Sonne, Palmen und Meer nichts anderes als Alltag. Ihr Leben ist kein Zuckerschlecken. Jeanette, ihre alleinerziehende Mutter, muss zusehen, wie sie über die Runden kommt. Sie arbeitet als Zimmermädchen in einem Strandhotel. Welch ein Glück, dass sie für ihre Tochter einen der begehrten Plätze im St. Peter’s Daycare Center ergattern konnte.

„Today’s generation – tomorrow’s world.“

Auf diesen Satz, in großen Buchstaben an die Wand geschrieben, blickt Kailas Mutter jeden Wochentag um 7.45, wenn sie mit ihrer Tochter im Daycare-Center ankommt. Das ist Jeanette’s Hoffnung: Dass es die Kleine eines Tages besser haben wird. Bildung ist dafür der Schlüssel zum Erfolg. Sowie Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Beides bekommt Kaila hier vermittelt, zusammen mit fast 100 anderen Kindern, die mit ihren großen Augen in eine noch ungewisse Zukunft blicken. Auch wenn Barbados seit 2011 offiziell nicht mehr als Entwicklungsland gelistet ist, bedarf es nach wie vor der Hilfe von außen, um gut voranzukommen.

Heute ist ein besonderer Tag: Die Kinder machen einen Ausflug in den Zoo. Denn sie sollen nicht nur aus Büchern lernen, wie Tiere aussehen. Die ganz Mutigen lassen sich sogar eine Schlange um den Nacken legen. Kaila ist da eher schüchtern. Sie weint sogar und ruft nach ihrer Mami. Velda Jordan, eine der 14 Erzieherinnen, nimmt die Kleine in den Arm und tröstet sie. Die lustigen Zooäffchen lassen Kaila dann aber wieder lachen. Das pädagogische Konzept hier heißt: Learning by doing. Die Kinder sollen die Welt in allen Facetten kennenlernen und sich in ihr gut zurechtfinden. So gingen sie mit etwas Kleingeld vor einer Woche auf den Markt, wo sie Obst und Gemüse einkauften und selbst bezahlten. Sie sollen lernen, mit Geld sparsam umzugehen. Und sie sollen wissen, welche Lebensmittel gesund und gut für sie sind. Zu Mittag gab es dann Reis mit den teils exotischen Gemüsesorten, danach Obstsalat. 40 Euro zahlt Jeanette jede Woche für den Platz ihrer Tochter. Da sind auch Frühstück und Mittagessen mit inbegriffen. Das ist nicht wenig, aber das Projekt muss sich selbst tragen. Bis 17.30 Uhr hat Jeanette dann spätestens Zeit, ihre Kaila abzuholen. „Viele Kinder wollen abends gar nicht nach Hause, weil sie so gerne bei uns sind!“ lacht die Leiterin, Celeste Bowen.

Lernen für ein gutes Leben

Einen besseren Start in die Zukunft als hier könnte es auf Barbados nicht geben. Die Plätze in der Kindertagesstätte sind begehrt. „Nach 3 Jahren bei uns haben unsere Kleinen nachweislich eine deutlich höhere Sozialkompetenz als alle anderen Kinder, wenn sie schließlich in die Schule kommen. Sie wissen, wie man mit den anderen gut zusammenarbeitet und Konflikte friedlich regelt.“ Celeste Bowen war hier von Anfang an dabei, als die Pfarre St. Peters diese Einrichtung vor 26 Jahren gründete. Heute gibt sie den 14 „Aunties“, wie sie hier genannt werden, die Erziehungsprinzipien vor. Diese kümmern sich rührend im die Kleinen. Sie sind in zwei Altersgruppen aufgeteilt. Die ganz Kleinen, die gerade mal laufen können, und die Größeren ab 3 Jahren, die voller Lebenskraft stecken. Sie lernen die Zahlen von 1 bis 10 und das Alphabet ganz spielerisch.

„We love our children“

Auch dieser Satz steht hier an der Wand. Auf die stets fröhlichen, mütterlichen Aunties trifft er voll und ganz zu. Meist wird hier gelacht, aus vollem Hals. Gerade kommt Father Peter Haynes zu Besuch, der die Gesamtverantwortung über das Projekt trägt. Seine Kirche ist gleich nebenan, keine 50 Meter entfernt. Viele der Kinder kennen ihn aus dem Sonntagsgottesdienst, in dem nach Leibeskräften gesungen wird. Die anglikanische Kirche hier ist erstaunlich fröhlich, und die Predigt ist voller Humor. Kaila kommt, fein herausgeputzt, mit ihrer Mutter jeden Sonntag hierher.

Drying little Tears macht’s möglich

Es war in dieser Kirche, dass Regine Sixt, die Honorargeneralkonsulin von Barbados in Deutschland, Father Haynes mit seiner Pfarrgemeinde kennenlernte. Jedes Mal besucht sie die Kirche, wenn sie auf der Insel ist. Schnell wurde klar, dass das Daycare-Center dringend Unterstützung benötigt. Neben Unterrichtsmaterial und Spielsachen waren es besonders Markisen und Sonnensegel über dem Spielplatz, die aus dem laufenden Budget nicht bezahlt werden konnten. Vier massiv gebaute Pergolen, jede fast 10 Meter lang, sind jetzt aufgebaut. Sie bieten Schutz vor Sonne und tropischem Regen. In der sengenden Gluthitze konnten die Kleinen nicht spielen. Erst die Pergolen erlauben es ihnen, hier auch im Freien zu sein. „Wenn jetzt noch Schaukeln dazukämen – das Glück der Kinder wäre perfekt!“, sagt Celeste Bowen. Und Father Haynes ergänzt: „Wir sind Regine Sixt unendlich dankbar – sie hat ein so großes Herz für unsere Kinder! Mit ihrer Hilfe konnten wir so vieles erreichen!“ Die Kleinen freuen sich jedes Mal schon ganz verrückt, wenn zum Jahreswechsel der Besuch aus Deutschland kommt. Denn dann gibt es auch wieder neue Spielsachen.

Kailas Vorfahren kamen vor gut 300 Jahren zwangsweise als afrikanische Slaven hierher. Der Grund: Die harte Arbeit auf den Zuckerrohrplantagen wollte sich kein Weißer zumuten. Dieses unrühmliche Kapitel Barbados’ dauerte gut zwei Jahrhunderte, bis die Sklaverei abgeschafft wurde. „Schon damals war klar: Nur Bildung kann die Lebensqualität erhöhen und aus den miserablen Umständen befreien“, erklärt Father Haynes. Und das ist bis heute so geblieben. Dass Kaila einst studieren kann, ist die große Hoffnung ihrer Mutter. Talentiert genug ist die Kleine, das beweist sie jeden Tag. Und die Kinderhilfe-Stiftung trägt ihren Teil dazu bei, dass aus diesem Traum auch Wirklichkeit werden kann.
Christoph Santner aus St. James, Barbados

Kindertagesstätte

In Zusammenarbeit mit Reverend Canon Peter Haynes und der St. Peter’s Parish School in Speightstown unterstützt die Regine Sixt Kinderhilfe Stiftung die Tagesschule. Zwei Markisen wurden vorne an der Schule angebracht und bieten den Kleinen jetzt Sonnenschutz. Die Stiftung hat außerdem zwei Pergolen und eine zusätzliche Doppelpergola errichtet. Diese sind mit Planen abgedeckt, um Schutz vor Sonne und Regen zu bieten, so dass die Kinder ihre Unterrichtspausen unabhängig von der Witterung in einem großen, komplett geschützten Raum verbringen können.

Rev. Canon Peter Haynes, Rector St. Peter’s Church, The Barbados Youth Business Trust:
Ich möchte mich herzlich bei der Honorargeneralkonsulin von Barbados in Deutschland, Frau Regine Sixt, für ihren großzügigen Beitrag zum Ausbau unserer Tagesschule für Kinder der Gemeinde St. Peter’s bedanken. Ihre Unterstützung dabei, ein zweites Zuhause für unsere Kinder zu schaffen, wird von den Mitgliedern unserer Kirche sehr geschätzt.

Erweiterung des WHIM Gemeindezentrums

Der Vorstand der Regine Sixt Kinderhilfe Stiftung Tränchen Trocknen gab kürzlich grünes Licht für die Förderung des Ausbaus des WHIM Community Centers in St. Peter auf Barbados. Dank der Hilfe von Tränchen Trocknen kann nunmehr ein neuer Spielplatz gebaut sowie für die weitere Ausstattung des Zentrums mit Möbeln gesorgt werden. Die zur Förderung eingesetzten Mittel wurden von Drying Little Tears Barbados im Rahmen der letztjährigen Barbados International Fair gesammelt.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des WHIM Community Centers leisten eine großartige Arbeit! Sie ermöglichen zahlreichen Kindern, dass diese in einer ruhigen und friedvollen Umgebung ihre Persönlichkeit entwickeln können. Es freut mich von ganzem Herzen, dass wir mit der Förderung von WHIM wieder einmal ein Projekt zum Wohle der Kinder von Barbados unterstützen können!“
Regine Sixt, Vorstandsvorsitzende von Tränchen Trocknen und Honorargeneralkonsulin von Barbados in Deutschland

Mein Herz schlägt für die Kinder von Barbados Ich bewundere die berufstätigen Mütter von Barbados, die so hart arbeiten, um ihre Kinder großzuziehen – neben ihrem eigenen Kampf darum, unter so schwierigen Umständen den Lebensunterhalt für ihre Familien zu verdienen. Das Leben muss weitergehen – und diese Kleinen sind die Zukunft dieses Landes! Je mehr Bildung und Versorgung ihnen heute zuteilwird, je höher ihr Wohlbefinden heute ist, desto mehr wird das Land in der Zukunft gedeihen und blühen! Gott hat seinen eigenen Garten auf dieser wunderschönen Insel, die die ideale Kulisse für Glück und Lebhaftigkeit bildet. Wenn ich die Kinder lachen sehe, verspüre ich innere Zufriedenheit und Freude. Aber Glück braucht ein unterstützendes Umfeld. Meine tiefste Dankbarkeit gilt deshalb Reverend Canon Peter Haynes, Rektor an der St. Peter’s Parish Church, und seiner Frau June, die ihr Leben der Unterstützung und dem Großziehen dieser armen Kinder gewidmet haben. Sie haben eine wirklich liebevolle Umgebung für sie geschaffen! Ich bin so dankbar und froh, dass ich ihr Engagement durch die Renovierung eines Hauses für 100 Kinder in Not unterstützen konnte. Ich wünsche mir, dass die junge Generation von Barbados die Hilfe, die sie heute bekommt, nutzen wird, um ihr Land in ein strahlendes und vielversprechendes Morgen zu führen! Möge Gott die Arbeit der Kirche segnen und der kommenden Generation von Barbados seine Unterstützung gewähren! Regine Sixt Honorargeneralkonsulin von Barbados in Deutschland Danksagungen: Regine Sixt ist eine Wohltäterin, die sich dafür engagiert, die Situation von Benachteiligten auf der ganzen Welt zu verbessern. Ihre Leidenschaft dafür, etwas zu bewegen, versucht sie auch ihren Geschäftspartnern zu vermitteln, durch den Einsatz von aussagekräftigen Corporate Social Responsibility-Programmen. Senator The Hon. Maxine McClean, Ministerin für auswärtige Angelegenheiten und Außenhandel, Barbados Die Regine Sixt Kinderhilfe Stiftung beweist eine behutsame Kunst des Gebens, die ein wichtiger Teil globaler Wohltätigkeit bleibt. Sie nimmt Herzen und Geist ihrer Empfänger für sich ein und inspiriert zugleich andere dazu, zu helfen, und auch dazu, Partnerschaft en einzugehen.
Sir Trevor Carmichael, Q.C.