Nepal: Nothilfe-Maßnahmen nach Erdbeben im April 2015

Die Regine Sixt Kinderhilfe Stiftung unterstützt nach den Nothilfe-Maßnahmen in 2015 nun den Bau eines Bungamati Family House für Erdbeben-Waisenkinder in Nepal.

Im April und Mai 2015 ereigneten sich in Kathmandu und seinen umliegenden Tälern mehrere große Erdbeben, wobei das stärkste rund 80 Kilometer von Kathmandu entfernt am 25. April einen Höchstwert von 7,8 auf der Momenten-Magnituden-Skala (Mw) erreichte.
Unter den Gerölllawinen und einstürzenden Häusern starben über 8.000 Menschen und über 22.000 wurden verletzt. Es ist die bislang größte Katastrophe in der Geschichte Nepals. Schwere Erdbeben sind in der Region nicht selten, da sich die so genannte Indisch-Australische Platte seit Millionen von Jahren langsam auf die Eurasische Platte zu bewegt und sich unter anderen im Himalaya-Gebirge „auftürmt“ und in ruckartigen Erdbebenstößen wie zuletzt im Frühjahr 2015 entlädt.

Sofort nach dem Beginn der Beben organisierte die Regine Sixt Kinderhilfe Stiftung zusammen mit dem Malteser Hilfsdienst Decken und Zelte für die Katastrophenregion. Neben Sofortmaßnahmen zur Nothilfe engagiert sich die Regine Sixt Kinderhilfe Stiftung besonders in drei weiteren Kernbereichen: Bildung, Fürsorge und Gesundheit. Besonders schlimm waren die Auswirkungen des Jahrhundertbebens auch in der Stadt Bungamati, in der die Regine Sixt Kinderhilfe Stiftung inzwischen nachhaltige Versorgung mit organisiert. So entstand in Zusammenarbeit mit der Honorargeneralkonsulin von Nepal, Ann-­Katrin Bauknecht, und der nepalesischen Hilfsorganisation ­MAITI-Nepal, das Projekt Family House in Bungamati, rund acht Kilometer von Kathmandu entfernt. Hier sollen künftig Waisenkinder umfassend betreut werden und schulische Bildung erhalten. 

Der geplante Bau des Bungamati Familiy Houses an der Tri Ratna Cooperative School – für die Waisen, die dort eine umfassende Betreuung und schulische Bildung erhalten werden – begann im November 2015. Das Projekt ist in der ländlichen Gegend des Lalitpur Districts, rund acht Kilometer außerhalb der Hauptstadt Kathmandu gelegen und im Dorfzentrum von Bungamati eingebettet. In dem Family House können bis zu zehn Kinder sowie freiwillige Helfer untergebracht werden. In dem Gebäude sind separate Zimmer für Jungs und Mädchen geplant. Wobei es besonders wichtig ist, den Mädchen ein sicheres Zuhause zu bieten. Alle Mädchen, egal welchen Alters, sind seit dem Erdbeben in Nepal in großer Gefahr. Sie werden von Mädchenhändlern nach Indien verschleppt und dort zur Prostitution gezwungen oder für Kinderarbeit verkauft.

Derzeit arbeiten täglich zwischen fünf bis zehn Arbeiter an dem Projekt – unterstützt auch von deutschen Helfern wie zwei Studenten aus Deutschland. Sicher ist, dass dringend weitere Spendengelder benötigt werden, um den Bau so schnell wie möglich fertigzustellen und den Kindern schnellstmöglich ein geschütztes, sicheres und behütetes Zuhause zu geben.